Prozessbegleitung

Nach einer sexuellen Gewalterfahrung an die Öffentlichkeit zu gehen, sich zu einer Anzeige zu entschließen und ein Strafverfahren auf sich zu nehmen, stellt für Betroffene eine große Belastung dar. Umfassende Befragungen zur Gewalterfahrung und problematische (Abwehr-)Reaktionen des sozialen Umfeldes können Retraumatisierungen zur Folge haben.

Die Prozessbegleitung umfasst
* ­Psychosoziale Betreuung und persönliche Begleitung zu Behörden, Gericht und amtsärztlichen Untersuchungen
* ­Rechtsberatung und kostenlose Bereitstellung von Rechtsanwältinnen
* ­Vernetzung und Kooperation mit HelferInnensystemen
* ­Koordination zwischen Klientin, Rechtsanwältin und Behörden

Ziele der Prozessbegleitung
* ­Retraumatisierungen vorzubeugen
* Die Würde der Betroffenen im Verfahren zu wahren
* ­Betroffenen zu Ihrem Recht zu verhelfen
* ­Ihnen Überblick über den Verfahrensablauf zu gewährleisten

Unsere Unterstützung ist nicht mit einer Anzeige verbunden. Falls sie sich jedoch zu einer Anzeige entschließen bzw. bereits angezeigt haben, können wir Sie auf das Strafverfahren vorbereiten.

Wir informieren Sie über die Rechtslage, die Anzeigeerstattung, den Ablauf des Gerichtsverfahrens, über Ihre Stellung und Ihre Rechte im Strafprozess, die Möglichkeit einer Privatbeteiligung und einer schonenden Einvernahme bei Gericht. Wir begleiten Sie als Vertrauenspersonen zu Polizei und Gericht sowie zu (amts)ärztlichen Untersuchungen. Mit Ihrer Ermächtigung stellen wir für Sie Behördenkontakte her; bei Bedarf vermitteln wir Ihnen eine Rechtsanwältin, deren Kosten über das Justizministerium abgerechnet werden können. Wir unterstützen Sie gegebenenfalls bei der Geltendmachung von Schadenersatzforderungen oder bei Beschwerden wegen unkorrekter Behandlung bei Polizei oder Gericht.

Weder unsere Prozessbegleitung, noch die Vertretung durch eine RechtsanwältIn sind für Sie mit Kosten verbunden.