Verein Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen

In unseren „Mädchenworkshops“ verbinden wir Aufklärung zu sexueller Gewalt mit emanzipatorischer Sexualpädagogik. Wir bieten Workshops interessierten Schulen und Jugendeinrichtungen an.

Parteiliche Mädchenarbeit setzt bei den Fähigkeiten und Stärken der Mädchen an. Die Mädchenworkshops verfolgen das Ziel, das Vertrauen der Mädchen in ihre Selbstwahrnehmung zu fördern und erarbeiten mit Ihnen Ansätze zu selbstbestimmten Einschätzungs- und Handlungsmöglichkeiten für grenzverletzende oder gefährliche Situationen. Die Mädchen werden dabei als Ihre eigenen Expertinnen betrachtet.

Wir unterstützen Mädchen darin, ihrer Lebenswirklichkeit, ihren Vorstellungen, Träumen, aber auch ihren Ängsten Ausdruck zu verleihen. Dies kann nur in einem geschlechtshomogenen Rahmen stattfinden, der ihnen die Möglichkeit bietet, sich offener und angstfreier mit sich und ihrer Umwelt auseinander zu setzen. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass es sinnvoll ist, sich zusammen mit den Mädchen langsam und allmählich an das Thema „sexuelle Gewalt“ anzunähern, da sonst die Gefahr besteht, dass sie mit Abwehr und Rückzug reagieren.

Es ist oft eine Gratwanderung, den selbstverständlichen Wunsch von Mädchen nach einer „heilen Welt“ zu respektieren, dabei aber ihre tatsächlichen Beeinträchtigungen durch die Erfahrungen von struktureller und direkter Gewalt nicht zu verleugnen, sondern anzusprechen. In den Workshops werden Möglichkeiten aufgezeigt, eine Situation zu verändern, sie zu verlassen, sich Hilfe zu holen, bevor ein Mädchen sich selbst verteidigen muss.

Sexuelle Gewalt wird als gesellschaftliches Problem thematisiert und Mädchen werden ermutigt, sexistisches Verhalten und sexuelle Übergriffe zu benennen und sich zu wehren. Mädchen haben das Recht, dafür Unterstützung einzufordern und diese auch zu erhalten.

Bei Inanspruchnahme unseres Angebotes, ist eine Vorbesprechung mit der jeweiligen Multiplikatorin (Lehrerin, Jugendbetreuerin, Kursleiterin) vorgesehen. Die speziellen Bedürfnisse und Zielvorstellungen werden gemeinsam abgeklärt. An den Einheiten nehmen die Lehrerinnen/Betreuerinnen nicht teil.

Zielgruppe  
Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren.

Dauer, Ort  
Drei Stunden, entweder in der Schule, in der Jugendeinrichtung oder im Notruf

Inhalte  
* Selbstbehauptung und Körperwahrnehmung  
* Sexualität und sexuelle Selbstbestimmung  
* Grundsätze der Konfrontation in Gefahrensituationen  
* Solidarität unter Frauen  
* Rechtsinformation  
* Information zum Angebot des Notrufs, zu anderen sozialen Einrichtungen

Fachdidaktik und Methoden  
Information und Vortrag, Informationsmaterial, Handouts, Moderierte Gespräche, Kleingruppenarbeit und Plenum mit verschieden Medien, Körperübungen, Rollenspiele