Sexualisierte Gewalt umfasst alle Formen von sexualisierten Kontakten, die nicht auf einem ausdrücklichen gegenseitigen Einverständnis beruhen, sondern einer Person aufgedrängt oder aufgezwungen werden. Wenn jemand erstarrt, schweigt oder sich nicht offensichtlich wehrt, ist das kein Zeichen von Zustimmung.
Sexualisierte Gewalt ist ein Akt der Aggression, des Machtmissbrauchs, ein Ausdruck des Wunsches nach Überlegenheit, Macht und Kontrolle. Sexualisierte Gewalt an Frauen geschieht unabhängig von Herkunft, Alter und sozialem Hintergrund. Sie kann in jedem Lebensbereich stattfinden.
Sexualisierte Gewalt ist nicht nur ein Problem für die direkt Betroffenen, sie geht uns alle an!
Sexualisierte Gewalt stellt immer eine Grenzverletzung dar und äußert sich zum Beispiel durch
- das sexuell bestimmte Berühren oder „Begrapschen“,
- unerwünschtes Umarmen, Küssen, Streicheln, Anfassen im Vorbeigehen,
- Nachrichten, Texte, Bilder, Videos oder anderes Material sexueller Natur,
- Äußerungen über Geschlechts- und Körperteile oder abschätzende Bemerkungen darüber,
- sexuelle Handlungen, die negative Gefühle auslösen wie Ärger, Ekel oder Schrecken,
- sexuelle Übergriffe bei der Arbeit, in der Schule, beim Sport, im ärztlichen Betreuungsverhältnis, im öffentlichen oder privaten Raum,
- sexuelle Erlebnisse, denen die Frau nicht willentlich zugestimmt hat,
- direkte oder indirekte Androhungen von unerwünschten sexuelle Handlungen,
- erzwungene sexuelle Handlungen oder Vergewaltigung.